«Die Kinder arbeiten sehr gerne digital»

01. Dez 2021

«Mille Feuilles» und «Clin d'oeil» bestehen aus gedruckten und digitalen Elementen. Masa Neuenschwander und Michael Keller schildern im Gespräch mit dem Schulverlag ihre Erfahrungen mit den digitalen Teilen der beiden Französisch-Lehrmittel. Von Anita Stettler und Iwan Raschle.

Anita Stettler: Wie verwenden Sie die digitalen und die analogen Elemente von Mille Feuilles und Clin-d’oeil im Unterricht?

Michael Keller: Wenn die Schülerinnen und Schüler etwas schriftlich lösen müssen, verwende ich das gedruckte Heft. Wenn ich mit den Schülerinnen und Schülern der 7., 8. Und 9. Klasse gleichzeitig arbeite, kommen auch die digitalen Elemente zum Einsatz. Dann lösen beispielsweise die Lernenden der 7. Klasse eine Aufgabe online, mit den Lernenden der 8. Klasse arbeite ich mit dem gedruckten Material, und die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse hören online einen Text oder schauen ein Video. Mindestens eine Klasse arbeitet meistens digital, während ich mit einer Klasse mit den gedruckten Materialien arbeite.

Masa Neuenschwander: Wir erhalten ab der 5. und 6. Klasse bald digitale Geräte, sodass, sodass jedes Kind mit einem digitalen Gerät arbeiten kann. Bisher musste ich die Geräte, Mehrfachsteckleisten und Kopfhörer zusammensammeln, was sehr zeitaufwendig war. Ich habe eine Doppellektion, im Moment zusammen mit einer Heilpädagogin, sodass ich gut in Gruppen arbeiten kann. Die Kinder arbeiten sehr gerne digital, und die Aufgaben sind in der vierten und fünften Klasse wirklich sehr schön, die Schülerinnen und Schüler können n neue, interessante Welten eintauchen. Ich finde es sehr gut, sind die digitalen Angebote von Mille Feuilles offen zugänglich, so können die Kinder zuhause ganz locker einsteigen und sich die digitalen Inhalte nochmals anschauen oder anhören. Es ist wichtig, dass sie das möglichst oft tun, denn so hören sie nicht nur mein Französisch, sondern verschiedene Stimmen von Menschen französischer Muttersprache.

Masha Neuenschwander (ganz rechts im Bild) unterrichtet in Basel an einer 6. Klasse Französisch. Sie arbeitet mit «Mille Feuilles» und parallel mit «Ça roule».

Michael Keller (Bildmitte) unterrichtet seit zwei Jahren in Ersigen Französisch für Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klasse. Er arbeitet mit «Clin d'oeil».

Seitens des Schulverlags nahmen am Gespräch teil: Patric Bezzola (ganz links im Bild), Leiter Programm, Anita Stettler (2. von links), Projektleiterin Marketing, und Michelle Harnisch, Projektleiterin und Fachbereichsverantwortliche Französisch.

Arbeiten die Kinder lieber mit den digitalen Elementen als mit dem «Magazine»?

Masa Neuenschwander: Sie arbeiten wirklich sehr gerne digital. Es ist für viele Lehrerinnen und Lehrer allerdings mit einem sehr grossen Aufwand verbunden, wenn sie die Geräte jedes Mal bereitstellen müssen. Das hindert wahrscheinlich viele daran, die digitalen Angebote einzusetzen. Grundsätzlich finde ich aber, wir sollten die digitalen Inputs und Übungen möglichst oft anbieten.

Michael Keller: Das deckt sich mit meinen Erfahrungen. In der Realschule hat eigentlich fast niemand wirklich Freude am Französischunterricht. Wenn der Unterricht aber abwechslungsreich ist und die Schülerinnen und Schüler zwischendurch etwas digital bearbeiten können, sind sie motivierter. Das bedingt natürlich, dass alle Lernenden über ein eigenes Gerät und über eigene Kopfhörer verfügen. Bei uns ist das der Fall. Ich habe zurzeit eine kleine Klasse, da hat jede Schülerin, jeder Schüler ein ganzes Pult zur Verfügung, also zwei Plätze. Am einen Platz ist der Computer fix installiert und somit jederzeit einsatzbereit, am anderen Platz sitzen die Schülerinnen und Schüler, wenn sie analog arbeiten. Wenn ich der Klasse sage, sie solle die digitale Aufgabe von Seite 31 bearbeiten, vergeht keine Minute, bis alle Kinder die Aufgabe am Computer bearbeiten.

Sind die Schülerinnen und Schüler geübter im Umgang mit Smartphones und Tablets und eher weniger vertraut mit Laptops oder Desktopcomputern?

Michael Keller: Meine Erfahrung zeigt, dass sie eigentlich auch mit den Smartphones und Tablets nicht wirklich vertraut sind. Sie verwenden die Geräte zwar oft und tragen sie ständig mit sich herum. Dass man mit einem Handy aber nicht nur spielen und chatten, sondern auch arbeiten kann, das lernen sie erst im Unterricht. Wir haben in der Schule auf Office 365 umgestellt, und diese Programme lernen die Jugendlichen nun auch auf den Smartphones einzusetzen. Sie schreiben zum Beispiel eine Bewerbung am Computer, bringen letzte Korrekturen auf dem Handy an und lösen dort auch den Druckbefehl aus.

Ab dem Schuljahr 2022/23 erscheint die Weiterentwicklung von Clin d’oeil.
Alles, was Sie dazu wissen müssen:

Das Feedback war klar: Reduktion des Unterrichtsstoffes, mehr Grammatik und mehr Übungen zum Vertiefen und Automatisieren. Diese Rückmeldungen hat sich der Schulverlag zu Herzen genommen und entwickelt nun auch die Lehrmittelreihe Clin d’oeil weiter. Die Frage, inwiefern die beiden Welten analog und digital zusammenfliessen können und sollen, waren bei den Überlegungen von zentraler Bedeutung.

Hybrides Modell mit analogen und digitalen Inhalten

Analog, digital oder beides? Nach unzähligen Gesprächen mit Lehrpersonen, Lehrmittelverantwortlichen, Expertinnen der Pädagogischen Hochschulen sowie Lehrpersonenverbänden ist der Schulverlag plus zum Schluss gekommen, dass ein hybrides Lehrmittel die Bedürfnisse des Marktes sowie einen erfolgreichen Sprachunterricht am besten unterstützt. Die gedruckten Materialien dienen dabei als Wegweiser und zeigen auf, welche Themen mit zusätzlichen digitalen Materialien vertieft und automatisiert werden können. Die neue, digitale Plattform beinhaltet ein Learning-Management-System, mit dem der Lernfortschritt der Schülerinnen

und Schüler eingesehen werden kann. Zudem haben Lehrpersonen die Möglichkeit, die Plattform mit vielfältigen eigenen Inhalten anzureichern. Mit dem Kauf des digitalen filRouge erhalten Lehrpersonen neu Zugriff auf die Inhalte aller drei Schuljahre.

Auf www.clin-doeil.ch sind mit einem Demopaket und einem Video Materialien aufgeschaltet, die Ihnen einen Einblick in das weiterentwickelte Lehrmittel ermöglichen.