Laura und die unvorteilhaften Selfies

30. Nov 2023

Polizistin Simone Allemann besucht regelmässig Schulklassen und diskutiert mit den Schülerinnen und Schülern über digitale Medien und Gewalt. Vor Kurzem war sie im Schulhaus Hübeli in Bowil im Emmental zu Gast.

Laura und die unvorteilhaften Selfies

Polizistin Simone Allemann besucht regelmässig Schulklassen und diskutiert mit den Schülerinnen und Schülern über digitale Medien und Gewalt. Vor Kurzem war sie im Schulhaus Hübeli in Bowil im Emmental zu Gast.

Text: Michael Zollinger

«Wer macht denn die Regeln?», fragt Simone Allemann an diesem regnerischen Montagmorgen in die Runde. In Polizei-uniform und mit Pistole im Holster steht sie vor den 25 Fünft- und Sechstklasskindern. Schnell und mühelos findet sie einen Draht zu ihnen. Sie macht ein Spässchen hier und einen Spruch da. Vor allem aber nimmt sie die Kinder ernst, was diese sofort spüren. «Zuhause sind es meine Eltern und manchmal auch ich», antwortet ein Junge. Die Klasse lacht, Simone Allemann ebenso. «Und in der Schule?» – «Unsere Lehrerin Frau Wittwer!», sind sich die Kinder einig. Die sitzt im Klassenzimmer ganz hinten und schmunzelt. Allemann schafft eine lockere Atmosphäre, so locker, dass ihr ein Junge sogar erzählt, wie er kürzlich verbotenerweise E-Scooter gefahren sei.Seit sieben Jahren besucht die Polizistin Schulklassen im Kanton Bern. Man spürt, dass sie es gern macht und über viel Erfahrung im Umgang mit den Kindern verfügt.

An diesem Vormittag geht es im fami- liären Schulhaus Hübeli in Bowil um digitale Medien. Nachdem Allemann mit den Kindern diskutiert hat, wie Regeln entstehen und welche Konsequenzen deren Nichteinhalten haben, spricht sie davon, dass Kinder schon ab zehn Jahren strafmündig sein können. Die Politik respektive das Parlament mache die Gesetze, und vieles regle das Strafgesetzbuch. Als ein Junge erwähnt, dass daheim Ohrfeigen eine mögliche Konsequenz seien, wenn er Regeln nicht einhalte, nimmt Allemann klar Stellung und sagt, dass dies immer ein absolutes No-Go sei.