Der Biber – Held für erfolgreichen Naturschutz und wirkungsvolle Umweltbildung

07. Mär 2022

Das Forschungsheft Biber vereint die Erfahrungen von zwei Jahrzehnten erlebnisorientierter Umweltbildung der Naturschutzorganisationen mit den aktuellen Denk-, Handlungs- und Arbeitsweisen des Lehrplans 21. Auf den Spuren des Bibers erkunden, beobachten und dokumentieren Lernende das faszinierende Tier in seinem Lebensraum

Keine andere Art zeigt ein ebenso erfolgreiches Comeback in unserer Landschaft wie der Biber. Um 1800 war er in der Schweiz und in  weiten Teilen Mitteleuropas ausgerottet. Mittlerweile unter Schutz gestellt, fanden Mitte der 1950er Jahre vereinzelt Ansiedlungen statt. Pro Natura, die älteste Naturschutzorganisation der Schweiz, setzte sich schon bald für den Schutz der Tierart und dessen Lebensraum ein. Die Population entwickelte sich in den letzten 20 Jahren erfolgreich und zählt bis heute über 3500 Exemplare.

Erlebnispädagogik im Freien
Die erfreuliche Rückkehr und Ausbreitung des Bibers in der Schweiz ist eng mit der Aufwertung seines Lebensraumes und somit der Renaturierung von Fliessgewässern verbunden. Pro Natura hat den Biber 1997 zum Tier des Jahres erkoren, um die Schutz- und Förderungsmassnahmen auch angemessen zu kommunizieren und die Bevölkerung zu sensibilisieren. Dies stiess auch bei den Schulen auf enormes Interesse. Um der grossen Nachfrage gerecht zu werden, entstanden verschiedene pädagogische Angebote: geführte Exkursionen, ein Unterrichtsdossier, Weiterbildungen oder Materialkisten. Die Angebote basierten auf der erlebnisorientierten Naturpädagogik des Flow Learnings nach Josef Cornell.

Erkunden – beobachten – dokumentieren
War es noch in den Nullerjahren sehr selten oder pures Glück, wenn eine Klasse auf Biberspuren traf, ist der Biber heute so weit verbreitet, dass die Chancen gut stehen, die Spuren seiner Aktivitäten auch an kleineren Gewässern und in gut erreichbarer Nähe des Schulhauses zu entdecken. Erlebnisorientierte Zugänge und authentische Situationen an ausserschulischen Lernorten bieten ideale Bedingungen, um die Denk-, Arbeits- und Handlungsweisen des Lehrplans 21 zu erwerben. Dass dies mit dem Forschungsheft gelingen kann, zeigen die Erfahrungen und Rückmeldungen aus der Praxis. «Da hat mir jemand viel Arbeit für eine spannende Unterrichtseinheit abgenommen.» (Lehrperson Zyklus 2), «Der Text ist für meine Kinder zu anspruchsvoll, ich kann es aber für meine Vorbereitung sehr gut einsetzen.» (Lehrerin, 2. Klasse). «Ideal, um die Exkursion nachzubereiten und weiterzuarbeiten.» (Naturpädagogin).