Digitalisierung im Dienste guter Lehr- und Lernprozesse

11. Aug 2021

Der Schulverlag geht mit digital konzipierten Lernwelten und Lernarrangements neue Wege. Was bedeutet das für das Lehren und Lernen? Ein Interview mit Patric Bezzola, Leiter Programm.

Profil: Auf der Website des Schulverlags ist die Rede von «neuen Technologien» und von «nutzerorientierten, flexiblen und technologisch modernsten Werkzeugen». Ist zu befürchten, dass die Technologie gegenüber den Inhalten und Prozessen Vorrang hat?

Patric Bezzola: Der Entwicklung unserer Neuerscheinungen auf das Schuljahr 2021/22 gingen verlagsintern intensive Diskussionen über das pädagogisch-didaktische Verständnis voraus. Setzen wir digitale Instrumente und Konzepte ein, sehen wir darin wertvolle Potenziale und Innovationskraft für das Lehren und Lernen. Was uns ganz wichtig ist: Digitalisierung ja, aber nicht um des Digitalisierens willen, sondern im Dienste guter, funktionierender Lehr- und Lernprozesse.

Wie kann man sich diese Unterstützung der Lehr- und Lernprozesse vorstellen?

Für uns war immer klar: Wir wollen mehr als nur Werkzeuge fürs Üben und Trainieren anbieten – also im Sinne von klassischer Wissensabfrage mittels Drag and Drop und Lücken­texten. Aber das, was wir suchten, nämlich digitale Unterstützung beispielsweise in der Exploration und Kollaboration entlang des etablierten LUKAS-Modells, fanden wir bisher nicht. Wir haben folglich sehr vieles selbst modelliert, konnten dabei aber auf einer bestehenden Plattform aufbauen. Und seit diesem Jahr steht uns unsere Tochterfirma ed:solution mit einem technologischen Fokus zur Seite, um gemeinsam innovative Bildungslösungen zu entwickeln.

Wir haben viel in eine einfache, intuitive Benutzerführung investiert. Das produktive Arbeiten ist ein zentraler Bestandteil unserer Lernarrangements. Schülerinnen und Schüler erarbeiten beispielsweise eine Datei, die sie gemeinsam teilen, erstellen Filme und führen Interviews, die sie als Ergebnis ihres Lernens in den eigenen Lernbereich laden. Mit diesen «Lernprodukten» treten die Lernenden mit der Lehrperson und den Mitlernenden in einen Austausch. Auch das verstehen wir unter digital unterstütztem Lernen. Selbstverständlich haben wir auch ein paar Drag-and-Drops integriert. Und unsere Überlegungen gehen noch einige Schritte weiter: Zum Beispiel intelligentes, automatisiertes Feedback und vor allem auch in Richtung Beurteilung und Lernförderung.