Eine gelöste Aufgabe bleibt eine Aufgabe

09. Nov 2020

Lernen im Mathematikunterricht geschieht zu einem grossen Teil beim Lösen von Aufgaben. Zwei Dinge sind für den Lerneffekt entscheidend:
Die Qualität einer Aufgabe und die Intensität der Auseinandersetzung. Letztere hängt von der Motivation ab, aber nicht nur. Von grosser Bedeutung ist, was die Schülerinnen und Schüler unter «Aufgabenlösen» verstehen.

Wird dem zu wenig Beachtung geschenkt, können sich mit den Schuljahren schlechte Gewohnheiten einnisten: Aufgabe lösen, fertig, nächste Aufgabe lösen, und so weiter. Dann später einmal alle Lösungen im Multipack mit dem Lösungsschlüssel vergleichen und abhaken. Als Hauptkriterium für den Lernerfolg gilt die Anzahl «korrekt» gelöster Aufgaben. Unterrichtsanlagen, welche auf eine ernsthafte Beschäftigung mit der einzelnen Aufgabe und dem eigenen Lösungsprozess verzichten, begünstigen und festigen eine solche Haltung.

Demgegenüber steht eine Lernkultur, die auf vertiefte Auseinandersetzung mit der gestellten Aufgabe abzielt. Dazu gehören zum Beispiel
› Kritische Einordnung der Lösungen
› Reflexion des Lösungsweges
› Beschreibung der gewählten Lösungsstrategien
› Überlegungen zur Bedeutung der Aufgabe
› Vorschläge zur Variation der Aufgabe

Aufgabe 1
Aufgabe 1
Die drei Segel sind mit den Farben Rot, Blau und Gelb zu färben. Es dürfen auch mehrere Segel gleich gefärbt sein. Wie viele verschiedene Färbungen findest du?