«Wie geht es dir?» Eine häufige Frage im Lockdown

04. Aug 2020

«Von meiner Kindergärtnerin erhalte ich lei-der nicht so viel Post wie meine grössere Schwester. Sie bekommt richtig viel. Ich bekäme auch gerne mehr!», beklagt sich die Kindergärtlerin Rosa. Katharina Jedele, die zusammen mit ihrer Stellenpartnerin eine zweite Klasse in Winterthur unterrichtet, kennt diese Wünsche – aber auch solche nach weniger Aufgaben. Sie legt die Aufträge für die Kinder jeweils in den Briefkasten und holt die erledigten Aufgaben dort auch wieder ab. «Ich mache mir jeweils etwas Sorgen», sagt sie, «dass die Kinder von der schieren Menge, die sie im Umschlag vorfinden, überfordert sein könnten. Die einen gehen damit lockerer um als andere. Aus den Rückmeldungen schliessen wir, dass es manchen zu viel, anderen zu wenig ist. Das richtige individuelle Mass kommt logischerweise immer mit Ver-zögerung. Das bleibt unbefriedigend.» Aus der Sicht von Lisa, sie besucht die 3. Sekundarschule, verschätzen sich die Lehrpersonen punkto Zeitaufwand für die Aufträge zum Teil erheblich. «Ich müsste sehr schludrig arbeiten, wollte ich diese Zeitvorgaben einhalten», sagt sie und fügt an, es gebe Lehrpersonen, bei denen im normalen Unterricht fast nichts laufe, die aber im Lockdown ihr Fach plötzlich sehr wichtig nähmen und komplett überrissene Aufträge erteilten.

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