Individuelles und kooperatives Lernen

04. Aug 2020

Das kooperative Lernen ist eine Form des Lernens, bei welcher die Schülerinnen und Schüler zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

So gegensätzlich lehrpersonenzentriertes Unterrichten und  individualisierende Unterrichtsformen sein mögen –  beide können zur Vereinzelung des Lernens führen. Als Reaktion sind Unterrichtsanlagen gefragt, in denen sich Lernen als  direkte Folge von Zusammenarbeit ergibt.

Lehrmethoden und Lernerfolg Didaktische Wellen kommen und gehen, ohne dass sie die Frage nach dem bestmöglichen Lernerfolg für viele Schülerinnen und Schüler ultimativ beantworten. In meiner Ausbildung am Sekundarlehramt ab 1980 hat man als Alternative zum Frontalunterricht auf Werkstattunterricht gesetzt, wenig später war es en vogue, das Lernen mit Wochenplänen zu administrieren. In den 90er-Jahren setzten Peter Gallin und Urs Ruf mit dem Konzept des «dialogischen Lernens» («Ich – du – wir») einen Akzent, der auch das gemeinsame Lernen betonte. Zurzeit bekennen sich viele Schulen konzeptionell zu individuellem, selbstorganisiertem Lernen («SOL»). Die Suche nach einer lernförderlichen Balance zwischen individuellem und kooperativem Lernen ist für mich nicht nur berufsbegleitendes Spannungsfeld, sondern fortwährende Lern- und Entwicklungsaufgabe.

Beat Wälti, langjährige Lehrperson Zyklus 3 und 2, Dozent Mathematik an der PH Bern, Lehrplan- und Lehrmittelautor.
Beat Wälti, langjährige Lehrperson Zyklus 3 und 2, Dozent Mathematik an der PH Bern, Lehrplan- und Lehrmittelautor.
Beat Wälti beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Fragen zu Leistungsbewertung, zu innerer Differenzierung und zu kooperativem Lernen.