Mut zum Coaching

10. Aug 2020

Coaching sei weniger eine Technik als vielmehr eine Haltung. Was im Unterricht und schulweit damit erreicht werden kann, klingt überaus vielversprechend.

Den reformpädagogischen Faden nicht abreissen zu lassen, ihn stattdessen weiterzuspinnen und ins 21. Jahrhundert hinüberzuretten, weil er Menschen als lernende und sich entwickelnde Wesen an ihre Würde erinnert – das ist dem Autorenteam gelungen. Auch wenn Annemarie Kummer Wyss, Michele Eschelmüller und Franz Baeriswyl das Wort
«Würde» nicht explizit nennen, so scheint dennoch genau davon die Rede zu sein. Zum Beispiel, wenn Lehrpersonen dazu angehalten werden, ihrem Gegenüber uneingeschränktes Interesse entgegenzubringen. Wie zeigt sich das? «Indem das Gegenüber beispielsweise gefragt wird, was es zum Lerngegenstand bereits weiss, was es darüber denkt und warum, was es vom Lernen Mut zum Coaching abhält oder wie es seine Motivation einschätzt. der wenn Lehrpersonen ermutigt werden, das Lernen konsequent aus der Sicht der Hauptfiguren – der Schülerinnen und Schüler – zu denken, zu planen, zu gestalten und zu reflektieren», erklärt Michele Eschelmüller. Sich als Kinder und Jugendliche selbstwirksam
zu erleben, sozial eingebunden und in weiten Teilen selbstbestimmt zu sein – auch diese Ansichten zeugen von dieser
Kultur der Würde. Ebenso die Aufforderung, Fehler nicht als persönliches, peinliches Versagen zu werten, sondern in sehr wertvolle Helfer im Lernprozess umzudeuten.