Im Lernprozess Grenzen überwinden

12. Apr 2021

Sucht man nach Faktoren, die schulisches Lernen beeinträchtigen oder fördern, rücken Einstellungen und Motivation der Lernenden sowie Beziehungen in den Fokus. Ein Gespräch mit dem Bildungswissenschaftler Yves Karlen.

«Ich vermisse meine Studierenden sehr. Im Fernunterricht lassen sich die Beziehungen nicht gleich intensiv gestalten», beschreibt Yves Karlen die aktuellen Unterrichtsverhältnisse an der FHNW. Und damit sind wir eigentlich
schon mitten im Thema. Yves Karlen, der über pädagogisch-psychologische Aspekte von Lehr- und Lernprozessen lehrt und forscht, beschreibt damit einen wichtigen Faktor, der von den Lehrpersonen mitbeeinflusst werden kann: die Beziehungen.

Wenn der rote Faden fehlt …
Nach seinen Assoziationen zu «Grenzen des schulischen Lernens» gefragt, nennt Yves Karlen als Erstes fehlende Strukturen und mangelnde Kohärenz im Unterrichtsprozess. «Wenn der rote Faden fehlt, fällt es den Lernenden
schwer, scheinbar zusammenhangslose Themen in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen und zu vernetzen.» Auch missverstandene Konzepte bei Lehrpersonen, zum Beispiel, dass Lernende beim selbstregulierten Lernen alles allein machen sollten, setzen dem Lernprozess Grenzen.

Yves Karlen
Yves Karlen
Yves Karlen ist ausgebildete Lehrperson und promovierter Bildungswissenschaftler.