Wirtschaft entdecken

09. Nov 2020

Jugendliche einer ersten Sekundarschulklasse arbeiten mit der Lernumgebung «Wirtschaft entdecken». Das Planspiel ermöglicht ihnen die Führung eines kleinen Sägereibetriebs unter wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekten.

Am frühen Nachmittag sind die Schulhausplätze und -gänge noch leer. Simone Keist, sie unterrichtet WAH an der Sekundarschule Neu St. Georg, stellt im Unterrichtsraum die Tablets bereit, startet sie auf und prüft das einwandfreie Funktionieren des Internets und der Plattform «Wirtschaft entdecken».
Eine gute Ausrüstung ist Voraussetzung für ein pannenfreies Arbeiten.

Erstes Betriebsjahr reflektieren
Die sieben Schülerinnen und Schüler trudeln allmählich ein und begrüssen, wegen Corona ohne Handschlag, ihre Lehrerin.
Zum zweiten Mal arbeiten sie heute in der digitalen Lernumgebung rund um die Führung eines Sägereibetriebs. Kenan hat vor einer Woche gefehlt. Eine gute Gelegenheit zum Auffrischen und Repetieren des Gelernten. Es herrscht eine angeregte und interessierte Stimmung. Michelle berichtet über die Tätigkeiten und Entscheide während des ersten Betriebsjahres: Die Produktion der Rohhobler, die Festlegung des Verkaufspreises, die Abfallverwertung in Form von Pellets und die erwarteten Erträge. Ajshe weiss viel über die Wertschöpfungskette zu berichten. Gespannt erwarten die Schülerinnen und
Schüler nun die für heute versprochenen Resultate des ersten Betriebsjahres ihrer virtuellen Firmen «Bucher & Camenzind», «Fischer AG» und «KSO7 AG».
Die vorgestellten Resultate werden zuerst sehr emotional kommentiert, dann aber mit Simone Keist eingehend analysiert und besprochen. Waren die Kundinnen und Kunden bereit, den Preis zu bezahlen? Wenn ja, weshalb? Konnten alle produzierten Rohhobler zum festgelegten Preis verkauft werden? Was waren die Folgen der Überproduktion? Welche Einflüsse hatten die Konkurrenten auf das eigene Geschäftsergebnis?

Bekim begründet dabei die Entscheide und Überlegungen, die zum schlechten Jahresabschluss seiner Firma «Fischer AG» geführt haben. Zudem erhält seine Firma von der Lehrerein als «Auszeichnung» einen Kaktus. Schadenfrohes Gelächter ist die Reaktion der anderen Gruppen.
Aus Fehlern soll nun aber gelernt werden. Und unter Berücksichtigung der neuen Verhältnisse auf dem Markt und in der Gemeinde wird im Plenum weiter diskutiert: Wie wichtig ist der Einkaufspreis des Holzes? Wie werden die Konsumierenden reagieren? Soll generell auf regionale Produkte geachtet werden, auch im realen Leben? Der berechtigte Einwand, Bananen aus regionaler Produktion seien zum Beispiel gar nicht erhältlich, wird mit lautem Lachen quittiert.

«Wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen» ist eine Anforderung im Lehrplan 21 für die Sekundarstufe I
(WAH.1 Produktions- und Arbeitswelten erkunden. WAH.2 Märkte und Handel verstehen – über Geld nachdenken). Mit der Lernumgebung «Wirtschaft entdecken» sollen Schülerinnen und Schülern grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge praxisnah und handlungsorientiert nähergebracht werden. Die Lernumgebung ist eine Initiative der Ernst Schmidheiny Stiftung in Kooperation mit der PH Luzern.