anders als wir es sehen

14. Apr 2020

«Woaaah!», «He?», «Ooh!», «Cool!» – So klingt es in der Klasse, wenn das Bild auf der Leinwand wechselt und eine neue irritierende Figur erscheint. Die Kinder der 3. und 4. Klasse beschreiben, was sie sehen. Dabei tauchen auch schon Formulierungen auf wie «Man meint, dass …». Die Kinder wissen: Diese Darstellungen täuschen. Aber es nützt nichts, man tappt auch in die Falle, wenn man es weiss. Ein Mädchen sagt: «Die Augen spielen einem einen Streich!»

Zu zweit befassen sich die Kinder dann mit verschiedenen optischen Täuschungen. Sie schneiden Figuren aus, die die Wahrnehmung irreleiten, und kleben sie auf ein Blatt. Passende Elemente, mit denen sie diese verblüffenden
Phänomene untersuchen können, schneiden sie ebenfalls aus und montieren sie mit wieder ablösbarem Kleber, damit sie beweglich bleiben. Sie besprechen, was sie zu sehen meinen und wie es «wirklich» ist. Und sie notieren ihre Überlegungen auf das Blatt. Genau ausschneiden will geübt werden, verständlich beschreiben auch. Das ist in vielen Fächern zu trainieren.

Doch wo im Lehrplan gehören denn optische Täuschungen überhaupt hin? – Im Bildnerischen Gestalten werden wir fündig. Unter «Wahrnehmung und Reflexion» steht zum Stichwort «Aufmerksam beobachten»: «Die Schülerinnen und Schüler können ihre Beobachtungen zu Raum-, Farb- und Bewegungsphänomenen beschreiben (z. B. optische Täuschungen, …)».