Herzroute durch Schweizer Schulen

12. Apr 2021

Engagierte Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis zur Universität öffnen mit Service-Learning ihre eigenen Grenzen.

Eine Schweizerkarte voll mit farbigen Herzen macht deutlich, wie gross das Engagement von Schweizer Schulen aller Stufen für die Gemeinschaft ist. Dahinter verbergen sich vielfältige Projekte, die nach den Grundsätzen
des Service-Learnings umgesetzt wurden. Folgende zwei Projektbeschreibungen gewähren einen Einblick.

Schlarigna/Celerina
«Das Dorf ist offiziell eine zweisprachige Gemeinde (Romanisch-Puter/Deutsch) und führt eine zweisprachige Schule. Leider wird diese Zweisprachigkeit im Dorf und der Gemeinde nicht gelebt. Mit ihrem Projekt wollte die Primarschule die Bevölkerung auf dieses Thema aufmerksam machen. Sie backten Kuchen, die sie in einem Café verkauften, sangen zusammen mit der Bevölkerung
romanische und deutsche Lieder, erzählten zweisprachige Geschichten und gingen in die Öffentlichkeit, um Spiele zu spielen. Zudem stellten sie zweisprachige Produkte wie Tragtaschen, Kochbücher und kleine Sprachführer
für die Restaurants her. In einem Spielcafé, das die Kinder betrieben, wurde über die ganze Woche die Zweisprachigkeit in den persönlichen Kontakten gelebt.»

3. Klasse der Oberstufe Schinznach Dorf
«Die Klasse setzte sich während eines Semesters wöchentlich ein bis zwei Lektionen mit dem Thema «Abfall» auseinander. Die Schülerinnen
und Schüler merkten, dass viele Kinder zu wenig darüber wissen. So entstand
die Idee, Primarschülerinnen und -schüler mit einem Aktionstag für das Thema zu sensibilisieren. Sie stellten Unterrichtsmaterialien her, organisierten lehrreiche Posten zu verschiedenen Teilthemen, schrieben Elternbriefe,
baten Institutionen um Mitwirkung und informierten die Medien über ihre Aktion».

Was ist Service-Learning?
Was sich hinter solchen Projekten versteckt, beschreibt Ursula Huber, Leiterin des Zentrums Service-Learning, wie folgt: «Service-Learning verbindet den Dienst an der Gesellschaft – also einen ‹Service› – mit der Schulung fachlicher und überfachlicher Kompetenzen – dem ‹Learning›.» Was daraus entstehen kann, wird in einem 10-minütigen Video gezeigt. Sechs Pilotklassen werden bei der Realisierung ihres Service-Learning-Projekts filmisch begleitet.

Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei auch gleich drei wichtige Faustregeln kennen:
1. Wir machen möglichst viel selbst und übernehmen Verantwortung.
2. Wir lernen den Schulstoff anhand des Projektes.
3. Wir arbeiten mit anderen ausserhalb des Schulhauses zusammen.

Das Zentrum Service-Learning Schweiz unterstützt Schulen mit einer breiten Palette an Angeboten bei der Entwicklung und Umsetzung von Service-Learning-Projekten:

  • Beratung und Begleitung bei der Realisierung von Service-Learning-Projekten
  • Breites Angebot didaktischer Materialien für alle Stufen
  • Datenbank mit möglichen Kooperationspartnerinnen und -partnern
  • Schweizerkarte mit realisierten Projekten
  • Weiterbildungen
  • Vergabe von Förderbeiträgen