Sicherheit für die selbst­ständige Projektarbeit

07. Mär 2022

Bixente, KV-Lernender im Schulverlag, testet – als projektartiges ­Vorhaben – das neue Lehrmittel «meinProjekt!». Seine Eindrücke und ­Erfahrungen schildert er im Interview. Von Christian Graf

profil: Welche Erfahrungen hast du in deiner bisherigen Schulzeit mit Projekt­arbeiten gemacht?

Bixente: In der Volksschule habe ich nur schriftliche Arbeiten zu einem selbstgewählten Thema gemacht. Mir persönlich hat dabei die Themenfindung keine Mühe bereitet, die Planung und Umsetzung dagegen empfand ich als schwierig. Ich hatte jeweils Mühe, den Fokus zu behalten. Auch in der Berufsschule dominieren schriftliche Arbeiten, aber wir haben auch schon konkretere Aufträge erhalten, beispielsweise ein Video zu produzieren oder ein Haushaltsbudget zu entwerfen.

Dass Projekte aber viel mehr sein können als schriftliche Arbeiten, habe ich erst bei meinem Test erfahren.


Du hast den Auftrag erhalten, das neue digitale Lehrmittel zum Projektunterricht zu testen. Welchen Eindruck hast du von den Instrumenten zur Unterstützung der selbstständigen Arbeit?

Ich habe in der kurzen Zeit – pro Projektphase hatte ich nur eine Woche Zeit – einige Instrumente genutzt und fühlte mich durch diese gut begleitet. Die digitalen Tools gaben mir Sicherheit auf dem Weg zum nächsten Schritt. Mir ist aufgefallen, dass die Instrumente flexibel einzusetzen sind. Ich habe solche für Gruppenprojekte auch allein nutzen können.


Kannst du ein Beispiel nennen?

Nachdem ich in der Phase 1 eine Sammlung von Projektideen zusammengestellt hatte, nutzte ich das Tool «Die 6 Denkhüte». In dieser Übung geht es eigentlich darum, dass eine 6er-Gruppe jeweils über ein mögliches Thema spricht. Dabei setzt jedes Gruppenmitglied einen anderen Hut auf. Die sechs verschiedenfarbigen Hüte stehen für unterschiedliche Rollen in der Diskussion. Ich setzte alle Hüte allein der Reihe nach auf und machte dabei folgende Erfahrung: Als ich mit dem imaginären schwarzen Hut auf dem Kopf meinen Pessimismus in Bezug auf eine meiner Ideen walten liess, kam mir die Idee für mein Testprojekt: Ich will ein Kommunikationskonzept für ein neues Lehrmittel erstellen.


Wie hast du die digitale Umsetzung der Projektphasen und der Instrumente erlebt?

Ich habe das Lehrmittel in einer frühen Phase getestet, da waren noch nicht alle Funktionen digital umgesetzt. Es brauchte deshalb einen Moment, die Struktur und das Handling zu verstehen. Dass ich die Instrumente zuerst in meinen Arbeitsbereich kopieren musste und sie erst dort bearbeiten konnte, schien mir zu Beginn etwas kompliziert. Aber heutige ­Lernende werden damit wohl keine Probleme haben.


Es gibt Expertinnen und Experten, die voraussagen, Projektlernen werde die Hauptlernform der Zukunft sein. Was meinst du zu dieser Aussage?

Ich kann mir durchaus vorstellen, mehr in projektartigen Vorhaben und Projekten zu lernen und damit auch stärker mitzuentscheiden, was und wie ich selbstständiger lernen will. Meine Erfahrung – auch bei diesem Auftrag wieder – zeigt mir jedoch, wie wichtig die Begleitung für die erfolgreiche Umsetzung der Idee ist. Ohne die Interaktion mit anderen Menschen würde ich mich wohl zu sehr verzetteln. Mir jedenfalls haben das Feedback und die Gespräche mit Anita Stettler als Auftraggeberin meines Vorhabens sehr geholfen.